Ausflugsziele Steiermark: 10 Orte, die sich wirklich lohnen
Wer kennt das nicht: Man googelt Ausflugsziele Steiermark, bekommt dreißig Links, klickt sich durch und findet überall dieselbe Liste. Graz, Mariazell, Dachstein. Alles richtig, alles gut, alles schon tausendmal beschrieben.
Wir machen das anders. Was folgt, sind zehn Ziele mit klarer Einschätzung: Für wen geeignet, wann besonders gut, was man dort wirklich erlebt. Und wo Kapfenberg in diesem Bild steht.
Alle Ziele auf einen Blick
| Ausflugsziel | Region | Ideal für | Aufwand |
|---|---|---|---|
| Graz Altstadt | Graz | Alle | Ganztag |
| Schloss Eggenberg | Graz-Umgebung | Kultur, Paare | Halbtag |
| Basilika Mariazell | Hochsteiermark | Alle | Halbtag |
| Dachstein-Gletscher | Nordsteiermark | Alle | Ganztag |
| Grüner See Tragöß | Hochsteiermark | Natur, Paare | Halbtag |
| Burg Riegersburg | Oststeiermark | Familien, Paare | Halbtag |
| Salzwelten Altaussee | Salzkammergut | Familien | Halbtag |
| Tierwelt Herberstein | Oststeiermark | Familien | Ganztag |
| Skulpturenpark Premstätten | Graz-Umgebung | Familien, Kunst | Halbtag |
| Kapfenberg (Burg + Rennfeld) | Hochsteiermark | Alle, Wanderer | Ganztag |
Ausflugsziele Steiermark nach Region
Wo liegt was, und was erwartet einen dort
- Altstadt (UNESCO)
- Schloss Eggenberg
- Schlossberg
- Murinsel
- Skulpturenpark
- Mariazell
- Grüner See
- Kapfenberg: Burg + Rennfeld
- Rettenwandhöhle
- Dachstein-Gletscher
- Salzwelten Altaussee
- Ausseerland
- Burg Riegersburg
- Tierwelt Herberstein
- Thermenland
Die zehn Ausflugsziele im Detail
1. Graz: die Altstadt, die man nicht erklärt, sondern erlebt
Graz braucht keine Werbung. Die UNESCO-Altstadt, der Schlossberg, die Murinsel als künstliche Stahlinsel mitten in der Mur, Basiliken und Plätze, auf denen man sich problemlos einen halben Tag verliert. 2003 war Graz Kulturhauptstadt Europas. Man merkt es noch.
Was die meisten verpassen: den frühen Morgen auf dem Schlossberg, bevor die Reisegruppen kommen. Der Blick über die roten Dächer im Morgenlicht ist so gut, dass man verstehen kann, warum Leute nach Graz ziehen und nicht mehr wegwollen.
2. Schloss Eggenberg: Barock in Reinstform
Das größte Barockschloss der Region liegt keine zwanzig Minuten vom Grazer Zentrum. Schloss Eggenberg ist UNESCO-Welterbe, der Schlosspark ist frei zugänglich und vor allem im Frühling eine eigene Reise wert. Im Herbst laufen Pfauen durch das herbstliche Laub. Ja, echte Pfauen.
3. Basilika Mariazell: der bedeutendste Wallfahrtsort Österreichs
Mariazell ist Österreichs wichtigster Wallfahrtsort, das steht so in jedem Reiseführer. Was nicht darinsteht: Die Anfahrt mit der historischen Mariazellerbahn ist selbst schon ein Erlebnis. Schmalspurbahn durch die Voralpen, Waldlandschaft, kein Handynetz für eine Weile. Man kommt entspannter an, als man losgefahren ist.
4. Dachstein-Gletscher: 2.995 Meter und der Skywalk
Der Dachstein ist mit 2.995 Metern der höchste Punkt Steiermarks. Der Skywalk am Gipfel, eine Glasplattform über dem Abgrund, ist für Schwindelfreie ein Erlebnis der anderen Art. Für alle anderen reicht das Panorama von der Bergstation. Die markant rötlich gefärbten Südwände des Dachsteins sieht man schon von weitem, lange bevor man oben ist.
5. Grüner See Tragöß: das Wasser, das nicht stimmt
Der Grüne See ist das vielleicht unwahrscheinlichste Naturphänomen der Steiermark. Im Frühling schmilzt der Schnee der umliegenden Berge, das Wasser sammelt sich in einer natürlichen Mulde, und was im Winter eine Wiese war, liegt plötzlich unter zwei bis drei Metern kristallklarem, grünlichem Wasser. Im Sommer trocknet er wieder.
Wer ihn im Mai oder frühen Juni besucht, sieht überflutete Wanderwege, Bänke und Sträucher unter der Oberfläche. Fotografisch ist das bemerkenswert. Das Wasser ist kalt genug, um jeden Gedanken ans Schwimmen sofort zu beenden.
6. Burg Riegersburg: der dramatischste Aufstieg der Oststeiermark
Riegersburg sitzt auf einem 500 Meter hohen Vulkanfelsen. Man sieht die Burg schon von der Bundesstraße, weit bevor man ankommt. Das Aufsteigen durch die Tortürme ist nichts für schlechte Knie, aber der Blick über das Vulkanland Steiermark vom Burghof aus erklärt, warum Menschen hier oben eine Burg gebaut haben und nicht unten im Tal.
7. Salzwelten Altaussee: tief in den Berg hinein
Österreichs größtes aktives Salzbergwerk ist nicht nur ein Ausflugsziel, sondern ein Stück Industriegeschichte. Die Führungen gehen tief in den Berg, die Temperatur liegt konstant bei acht Grad, und die Salzlake schimmert in einem irrsinnigen Türkis. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier Kunstschätze versteckt. Auch das gehört zur Geschichte des Ortes.
8. Tierwelt Herberstein: 85 Tierarten auf 46 Hektar
Herberstein kombiniert Tierpark mit Schlossanlage und direktem Zugang zum Herbersteinsee. 85 Tierarten auf 46 Hektar, dazu Badestrand und Gastro. Für Familien mit Kindern ist das ein Ausflugsziel, das den ganzen Tag füllt, ohne dass jemand nach Hause will.
9. Skulpturenpark Premstätten: Kunst im Freien, Eintritt frei
Der Österreichische Skulpturenpark liegt südlich von Graz und ist kostenlos zugänglich. Zeitgenössische Skulpturen internationaler und österreichischer Künstler stehen in einem parkähnlichen Gelände. Für alle, die moderne Kunst lieber im Freien als in weißen Museumswänden erleben: Das hier ist der richtige Ort.
10. Kapfenberg: das unterschätzteste Ausflugsziel der Steiermark
Kapfenberg wird in den meisten Steiermark-Listen nicht erwähnt. Das ist ein Fehler. Die Stadt an der Mürz hat mehr zu bieten als ihr Ruf vermuten lässt: eine mittelalterliche Burg, eine der schönsten Panoramawanderungen der Region und eine Tropfsteinhöhle, die kaum jemand kennt.
Wir haben Kapfenberg mehrfach als Ausgangspunkt für Tagestouren genutzt und jedes Mal etwas Neues entdeckt. Kein Gedränge, keine Busgruppen, freie Parkplätze. Das ist 2026 in Österreich kein Selbstverständlicher.
Was Kapfenberg konkret bietet:
- Burg Oberkapfenberg (13. Jh.) mit Falknerei und Burgmuseum, Eintritt 5-8 Euro
- Rennfeld-Wanderung: 8,3 km, 972 Hm, Gipfel 1.629 m mit Panorama bis zu den Hohen Tauern
- Rettenwandhöhle: Tropfsteinhöhle in der Nähe, kaum bekannt, kaum besucht
- Ottokar-Kernstock-Schutzhaus auf 1.620 m für Einkehr nach dem Aufstieg
- Direkte Bahnverbindung ab Graz (ca. 1 Std.), kein Auto notwendig
Wann lohnt sich welches Ziel?
Beste Reisezeit für die Top-Ausflugsziele in der Steiermark
Einschätzung nach Erreichbarkeit, Besucherdichte und Erlebnisqualität
Hinweis: Graz und Mariazell sind Ganzjahres-Ziele. Der Grüne See ist nur im Frühjahr gefüllt. Das Rennfeld ist von Mai bis Oktober wanderbar, im Winter nur für Alpinisten mit Ausrüstung.
Geheimtipps: was die meisten Listen weglassen
Die üblichen Steiermark-Listen haben eine klare Schlagseite: Sie bevorzugen Ziele mit hohem Wiedererkennungswert und kostenloser Bildrecherche. Was dabei regelmäßig fehlt, sind Orte, die keine eigene PR-Abteilung haben.
Drei davon, die sich lohnen:
Der Motorikpark Gamlitz in Südsteiermark gilt als Europas größter Motorikpark mit 41 Stationen und knapp 150 Übungsvarianten. Klingt nach Kinderspielplatz, ist aber für alle Altersgruppen konzipiert und kombiniert Bewegung mit Weinlandschaft. Eintritt frei.
Die Salza im Norden Steiermarks ist einer der naturbelassensten Flüsse der Region. Wer Wildwasser kennt, findet hier Rafting und Kajak abseits des Tourismustrubels. Wer nur spazieren möchte: Die Ufer sind weitgehend unverbaut.
Und dann ist da noch Kapfenberg, das wir oben schon ausführlich beschrieben haben. Wer einmal dort war, versteht, warum wir es als Geheimtipp der Hochsteiermark bezeichnen.
Mit Kindern in der Steiermark: was wirklich funktioniert
Mit Kindern braucht man keine langen Texte über Sehenswürdigkeiten. Man braucht konkrete Antworten auf die Frage: Sind wir nach zwei Stunden wieder raus, oder hält das den ganzen Tag?
Unsere ehrliche Einschätzung für Familien:
- Tierwelt Herberstein: Ganztag, keine Diskussion. Tiere, See, Gastro. Funktioniert.
- Salzwelten Altaussee: Halbtag, auch bei Regen. Kinder finden Bergwerke bemerkenswert.
- Burg Riegersburg: Halbtag, der Aufstieg ist das Erlebnis. Kinder über acht Jahre ideal.
- Kapfenberg Burg Oberkapfenberg: Falknerei und Burggelände, Halbtag. Rennfeld-Aufstieg nur für ältere, trittsichere Kinder geeignet.
- Skulpturenpark Premstätten: Halbtag, kostenlos, Kinder laufen zwischen den Skulpturen.
Fazit: Welches Ausflugsziel für wen?
Die Steiermark hat keine schlechten Ausflugsziele. Was es hat, sind Ziele mit unterschiedlichem Aufwand-Erlebnis-Verhältnis. Wer einen Tag Zeit hat und Graz noch nicht kennt, fährt nach Graz. Wer Natur will und keine Menschenmassen, fährt zum Grünen See im Mai oder aufs Rennfeld im September.
Wer ein Ausflugsziel sucht, das die meisten noch nicht kennen, das sich aber sowohl für Wanderer als auch für Kulturinteressierte eignet, und das man bequem per Bahn erreicht: Das ist Kapfenberg. Eine Stadt, die man einmal besucht haben sollte, bevor sie jeder kennt.
Thomas Wagner schreibt über Tourismus, Freizeit und regionale Themen in der Steiermark. Er kennt Kapfenberg und die umliegende Region seit vielen Jahren aus eigener Erfahrung — als Wanderer, Radfahrer und neugieriger Entdecker von Kulturgütern wie der Burg Oberkapfenberg oder der Rettenwandhöhle.
Sein Ziel ist es, Besuchern und Einheimischen gleichermaßen praktische und ehrliche Informationen zu geben: welche Wege sich lohnen, was die Region besonders macht und wie man das Mürztal abseits der ausgetretenen Pfade erleben kann.
