Es ist der 22. Oktober, und in der Gemeinde ist die Heizsaison längst keine Zukunftsfrage mehr. Wer eine Gasheizung hat, hat sie diese Woche spätestens aufgedreht. Wer mit Fernwärme heizt, hat die neue Abrechnung im Briefkasten liegen. Und wer sich das alles schwer leisten kann, hat vielleicht noch nicht gewusst, dass die Stadt der Stadt für genau diese Situation eine Unterstützung bereithält: den Heizkostenzuschuss für die Saison 2026/27.

Der Antrag ist bis zum 26. Februar 2027 möglich. Das klingt weit weg — aber wer die städtischen Ämter kennt, weiß, dass die Bearbeitungszeiten steigen, je näher der Stichtag rückt. Wer jetzt einreicht, bekommt den Bescheid schneller. Wer wartet, kommt vielleicht mit leeren Händen zum Schlusstag.

Was der Heizkostenzuschuss ist — und wer ihn bekommt

Der Heizkostenzuschuss der Stadt im Murtal ist eine direkte finanzielle Unterstützung für Haushalte mit geringem Einkommen. Er soll sicherstellen, dass Menschen, deren Budget durch gestiegene Energiepreise an seine Grenzen stößt, den Winter ohne Schuldenspirale überstehen können. Die genauen Einkommensgrenzen und Förderhöhen werden jährlich angepasst; für die laufende Saison sind sie beim Sozialreferat der Stadtverwaltung erhältlich.

Die Förderung richtet sich ausdrücklich an Kapfenberger Haushalte — also an jene, die in der Stadt mit Hauptwohnsitz gemeldet sind. Voraussetzung ist in der Regel ein niedriges Haushaltseinkommen unterhalb definierter Grenzen, die sich an den Mindestsicherungssätzen des Landes Steiermark orientieren. Vermieter sind nicht antragsberechtigt; es geht um die Menschen, die die Energierechnung selbst tragen.

Wir haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt: Die Antragsformulare sind sowohl persönlich beim Stadtamt erhältlich als auch auf der städtischen Website abrufbar. Für Menschen, die bei der Antragstellung Unterstützung brauchen, steht die Sozialberatung der ISGS Drehscheibe zur Verfügung — ebenfalls kostenlos und ohne Voranmeldung.

Öffi-Förderung: Was der Stadtregierung für Studierende tut

Neben dem Heizkostenzuschuss gibt es eine zweite Förderung, die in der öffentlichen Wahrnehmung weniger präsent ist, aber für eine bestimmte Gruppe erhebliche Bedeutung hat: die Öffi-Förderung für Studierende. der Verwaltung hat Anfang 2026 ein Programm eingeführt, das Studierenden mit Hauptwohnsitz in hier einen Beitrag zur Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel gewährt.

Das Ziel ist zweifach: Erstens sollen Studierende, die zur Ausbildung nach Leoben, Graz oder Wien pendeln, finanziell entlastet werden. Zweitens sendet die Stadt damit ein Signal: Wer in der Gemeinde wohnt und studiert, ist willkommen. Auch langfristig. Denn ein Student, der heute in Kapfenberg lebt und die Stadt als angenehm erlebt, ist morgen möglicherweise eine Fachkraft, die bleibt.

Die Förderdetails und Einkommensgrenzen für die Öffi-Unterstützung sind beim Stadtreferat Bildung und Jugend erhältlich. Auch hier gilt: frühzeitig anfragen, nicht kurz vor Ende des Semesters.

Zwölf Millionen Euro: Was gebaut und saniert wird

Das Investitionsbudget der Stadt Kapfenberg für das laufende Haushaltsjahr beläuft sich auf rund 12 Millionen Euro. Das ist kein Rekord, aber es ist solide — und es zeigt, dass die Stadt trotz angespannter Rahmenbedingungen in ihrer Substanz investiert.

Die größten Posten: Infrastruktur (Straßen, Wasser, Kanal), Bildung (Sanierungen an Schulen und Kindergärten), Soziales (Ausbau der Drehscheibe und anderer Sozialeinrichtungen), Sport (Erhalt der Stadthalle und der Sportflächen) sowie Kultur (laufende Förderungen und Erhalt des Stadtmuseums). Die genaue Aufschlüsselung liegt uns vor und spiegelt die Prioritäten der aktuellen Stadtregierung wider: Infrastruktur zuerst, Soziales fest verankert, Kultur mit stabiler Basis.

Was das für den Alltag bedeutet, sieht man auf der Straße — konkret auf der B116 und der L138. Auf beiden Routen laufen derzeit Bauarbeiten, die für Staus und Umleitungen sorgen. Die B116 (Mürztaler Bundesstraße) wird im Bereich Kapfenberg-Nord saniert, die L138 (Landesstraße Richtung Parschlug) erhält neue Fahrbahnmarkierungen und Entwässerungsanlagen. Die Fertigstellung ist für Ende November geplant, sofern die Witterung mitspielt.

Investitionsbudget Kapfenberg 2026 Gesamtvolumen: ca. 12 Millionen Euro € 12 Millionen 2026 / 27 Infrastruktur € 4,8 Mio. · 40 % Soziales € 2,4 Mio. · 20 % Bildung € 2,16 Mio. · 18 % Kultur € 1,2 Mio. · 10 % Sport € 0,96 Mio. · 8 % Sonstiges € 0,48 Mio. · 4 % Heizkostenzuschuss: Antrag bis 26.02.2027 ● Öffi-Förderung Studierende Baustellen: B116, L138
Investitionsbudget der Stadt Kapfenberg 2026/27: ca. € 12 Millionen, Schwerpunkte Infrastruktur (40 %), Soziales (20 %) und Bildung (18 %). Quelle: Stadtgemeinde Kapfenberg, Budgetbericht 2026.

Baustellen: Was Kapfenberg nervt und warum es nötig ist

Kein Bewohner freut sich über Baustellen. Aber kein Bewohner freut sich über schlechte Straßen. Wer auf der B116 in Richtung Bruck an der Mur fährt, hat die Einschränkungen in den vergangenen Wochen selbst erlebt: Ampelschaltungen, einspurige Überleitung, Verzögerungen. Was hinter dem orangefarbenen Absperrband passiert, ist der Austausch des Straßenuntergrunds in einem 400-Meter-Abschnitt, der zuletzt 2001 vollständig saniert wurde.

Auf der L138 sind die Arbeiten weniger tiefgreifend, aber ebenso nötig: Die Entwässerung war auf einem Teilstück zwischen Kapfenberg und Parschlug seit Jahren unzureichend, was bei starken Regenfällen zu Wassereinbrüchen auf der Fahrbahn führte. Die Sanierung behebt diesen Zustand und schützt gleichzeitig die anliegenden Grundstücke.

Beide Projekte stammen aus dem Investitionsbudget, das wir oben beschrieben haben. Sie sind sichtbares Ergebnis der politischen Entscheidung, Infrastruktur vor Prestigeprojekten zu stellen. Das ist keine aufregende Politik — aber es ist beständige.

Was Sie jetzt tun sollten

Wer Anspruch auf den Heizkostenzuschuss hat und ihn noch nicht beantragt hat, sollte das in den kommenden Wochen erledigen. Der Stichtag 26. Februar 2027 ist sechs Monate entfernt — aber die Unterlagen zusammenzustellen dauert Zeit, und wer im Winter in einer finanziellen Engpasssituation ist, hat oft wenig Kapazität für Bürokratie. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt.

Für Studierende: Die Öffi-Förderung der Stadt ist ein echter finanzieller Vorteil. Eine Jahreskarte für den Verbundbereich Steiermark kostet regulär mehrere hundert Euro — jede Förderung, die diesen Betrag reduziert, ist direkt spürbar. Infos beim Stadtreferat Bildung unter der allgemeinen Nummer des Stadtamts.

Und für alle, die über die Baustellen ärgern: Die B116 soll bis Ende November wieder freigegeben sein. Für die L138 ist die Frist Ende Oktober angesetzt. Es dauert noch. Aber nicht mehr lange.