Bestattung Kapfenberg: Bestatter, Friedhöfe, Ablauf und Kosten

Wenn ein Mensch stirbt, beginnt für die Angehörigen sofort ein Ablauf aus Anrufen, Formularen und Entscheidungen, auf den kaum jemand vorbereitet ist. Diese Seite fasst sachlich zusammen, was bei einer Bestattung in Kapfenberg tatsächlich zu tun ist: wer die Bestattung übernimmt, welche Behördenwege anfallen, welche Bestattungsarten die Steiermark zulässt und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Ein Punkt vorweg, weil er die ganze Reihenfolge bestimmt. Am Anfang steht nicht das Bestattungsunternehmen und nicht das Amt, sondern die Totenbeschau durch eine Ärztin oder einen Arzt. Erst danach darf ein Bestatter die verstorbene Person überführen, und erst nach der Anzeige des Todes beim Standesamt kann die Sterbeurkunde ausgestellt werden. Wer diese Kette kennt, erspart sich in den ersten Stunden vergebliche Wege.

Welche Bestatter gibt es in Kapfenberg?

In der Stadt arbeiten zwei Bestattungsunternehmen. Die Bestattung Kapfenberg gehört zur Stadtwerke Kapfenberg GmbH und sitzt am Friedhofweg 10, erreichbar unter 03862 23926, Büro von Montag bis Freitag von 7:00 bis 15:00 Uhr. Das zweite Haus ist die Bestattung Seelenfrieden GmbH in der Anton-Bruckner-Straße 40, telefonisch unter 0664 88445885 und rund um die Uhr besetzt.

Wichtig zu wissen: Sie sind an kein bestimmtes Unternehmen gebunden, auch nicht an das kommunale. Die Wahl des Bestatters ist frei, unabhängig davon, in welcher Gemeinde die Beisetzung stattfindet.

Das städtische Bestattungsinstitut in Kapfenberg gehört zu einem regionalen Verbund mit weiteren Standorten, unter anderem in Bruck an der Mur, Leoben, Mürzzuschlag, Knittelfeld und Trofaiach. Das spielt eine Rolle, wenn Sterbeort und Beisetzungsort auseinanderliegen.

Was muss man in den ersten Stunden tun?

Die Frage, was zu tun ist, wenn jemand stirbt, lässt sich in Kapfenberg wie überall in Österreich in eine feste Reihenfolge bringen:

  1. Ärztin oder Arzt verständigen, bei unklaren Umständen die Polizei. Bis zur Totenbeschau bleibt am Sterbeort alles unverändert.
  2. Die Totenbeschau abwarten. Der Totenbeschauarzt stellt die Anzeige des Todes und den Leichenbegleitschein aus. Ohne diesen Schein darf kein Bestattungsunternehmen die verstorbene Person abholen.
  3. Ein Bestattungsunternehmen anrufen, auch nachts oder am Wochenende. Es übernimmt die Überführung und in der Regel auch die weiteren Behördenwege.
  4. Dokumente der verstorbenen Person zusammensuchen: Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis, Meldenachweis, letztwillige Verfügung, Versicherungspolizzen.
  5. Die Anzeige des Todes beim Standesamt veranlassen. Sie muss spätestens am folgenden Werktag erfolgen und wird meist vom Totenbeschauarzt oder bei Todesfällen im Krankenhaus von der Anstaltsleitung erledigt.
  6. Termine für Aufbahrung, Trauerfeier und Beisetzung mit dem Bestatter und der Friedhofsverwaltung festlegen.

Wenn Sie unsicher sind, welcher Schritt gerade an der Reihe ist, rufen Sie zuerst den Bestatter an und erst danach ein Amt. Das ist der einzige Anruf, der auch um drei Uhr nachts etwas in Bewegung setzt.

Erd-, Feuer- oder anonyme Bestattung: was ist möglich?

Das Steiermärkische Leichenbestattungsgesetz 2010 kennt drei Bestattungsarten: die Erdbestattung, die Beisetzung in einer Gruft und die Feuerbestattung. Als Bestattungsanlagen gelten Friedhöfe, Feuerbestattungsanlagen, Urnenhallen, Urnenhaine sowie Anlagen, die dem Vergraben oder Verstreuen der Asche dienen. Naturbestattungsanlagen zählen dabei rechtlich als Friedhof.

BestattungsartWas dabei geschiehtWo möglichZu beachten
ErdbestattungBeisetzung im Sarg in einem ErdgrabFriedhof am Ort, auch in den UmlandgemeindenGrabart und Ruhefrist regelt die Friedhofsordnung
FeuerbestattungEinäscherung, danach Beisetzung der UrneUrnengrab, Urnenhain oder UrnenhalleEinäscherung erfolgt in einer Feuerbestattungsanlage außerhalb der Stadt
Anonyme BeisetzungBeisetzung ohne Namensnennung an der Grabstellenur dort, wo der Friedhof ein solches Feld führtvorab bei der Friedhofsverwaltung abklären
Urne außerhalb des FriedhofsBeisetzung oder Verwahrung an einem anderen Ortnur mit Bewilligung der Gemeinde des BeisetzungsortesAsche vergraben oder verstreuen ist ausschließlich in genehmigten Anlagen zulässig

Stand: September 2026

Die letzte Zeile führt regelmäßig zu Missverständnissen. Eine Urne mit nach Hause zu nehmen oder die Asche im Garten zu verstreuen ist in der Steiermark nicht frei möglich, dafür braucht es eine Bewilligung der Gemeinde, und für das Verstreuen selbst eine dafür genehmigte Anlage.

Welche Friedhöfe gibt es und wie laufen Beisetzungen ab?

Der zentrale Friedhof in Kapfenberg liegt am St.-Martin-Weg, unmittelbar neben dem Friedhofweg, an dem auch das städtische Bestattungsinstitut sitzt. Verwaltet wird er von der Friedhofsverwaltung der Stadtgemeinde, angesiedelt in der Abteilung Liegenschaften. Dort laufen auch Grabvergabe und Grabgebühren zusammen.

Pfarrfriedhof Kapfenberg | Pfarrverband Kapfenberg
Mehr Platz für die Baumbestattung - Bruck an der Mur
Friedhof St. Martin

Der Ablauf einer Beerdigung folgt fast immer demselben Muster. Nach der Überführung wird die verstorbene Person in der Aufbahrungshalle des Friedhofs aufgebahrt, dann findet die Trauerfeier statt, anschließend die Beisetzung am Grab. Wie lange die Aufbahrung möglich ist und wann Feiern stattfinden können, richtet sich nach der Friedhofsordnung und der Belegung.

Die Kapfenberger Bestattung arbeitet außerdem für die Friedhöfe der Umgebung, unter anderem in Aflenz Kurort, St. Ilgen, Etmißl, St. Marein im Mürztal, Mürzhofen, Turnau, Frauenberg, St. Lorenzen im Mürztal, Thörl und Allerheiligen im Mürztal. Wer aus einer Nachbargemeinde kommt, muss also nicht zwingend das Unternehmen wechseln.

Welche Dokumente braucht das Standesamt?

Das Standesamt Kapfenberg ist im Bürgerbüro am Koloman-Wallisch-Platz 1 untergebracht, Telefon 03862 22501-1444. Geöffnet ist montags, dienstags und donnerstags von 7:30 bis 16:00 Uhr, mittwochs bis 14:00 Uhr und freitags bis 12:00 Uhr.

Rathaus Kapfenberg in Kapfenberg | steiermark.com
Stadtgemeinde Kapfenberg in 8605 Bruck-Mürzzuschlag | herold.at
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Für die Sterbeurkunde werden üblicherweise gebraucht: der Totenschein beziehungsweise die Anzeige des Todes, die Geburtsurkunde, Heiratsurkunde oder Scheidungsurkunde, der Staatsbürgerschaftsnachweis, der Meldenachweis, bei Bedarf der Nachweis akademischer Titel und ein Lichtbildausweis der Person, die den Antrag stellt.

Hier liegt eine Regel, die in den meisten Ratgebern fehlt und im Alltag viel spart. In den ersten 14 Tagen nach dem Sterbedatum kann die Sterbeurkunde bei jedem Standesamt in Österreich beantragt werden. Erst nach Ablauf dieser Frist ist ausschließlich das örtlich zuständige Standesamt dafür da. Für Angehörige, die in Wien oder Graz wohnen und ohnehin schon zwischen Terminen pendeln, ist das der Unterschied zwischen einer Fahrt und keiner.

Beantragen dürfen die Urkunde Ehepartnerinnen und Ehepartner, eingetragene Partner, Vorfahren und Nachkommen sowie Personen mit einem nachweisbaren rechtlichen Interesse. Die Ausstellung kostet 9,30 Euro. Ohne Sterbeurkunde läuft später weder die Verlassenschaft noch die Auszahlung von Versicherungen.

Was kosten Bestattungen in Kapfenberg ungefähr?

Eine öffentliche Preisliste führt keines der beiden Häuser, und das ist in der Branche üblich, weil die Summe stark davon abhängt, was tatsächlich beauftragt wird. Österreichweit liegt eine würdevolle, aber nicht aufwendige Beisetzung nach Branchenangaben bei rund 5.000 Euro, Grab- und Friedhofsgebühren eingerechnet.

Die Bestattungskosten setzen sich in Kapfenberg aus drei Blöcken zusammen, die getrennt entstehen. Erstens die Leistungen des Bestatters: Überführung, Sarg oder Urne, Aufbahrung, Träger, Behördenwege. Zweitens die Gebühren des Friedhofs, also Grabnutzung, Öffnung und Beisetzung, die über die Stadtgemeinde laufen. Drittens alles rundherum, von Parten und Trauerdrucksorten über Blumen und Musik bis zur Bewirtung nach der Feier.

Was die Rechnung am stärksten bewegt, ist nicht der Sarg, sondern die Grabart und die Frage, ob ein Grab neu vergeben oder ein bestehendes weitergeführt wird. Bestehende Sterbe- oder Lebensversicherungen können einen Teil abdecken, die Bestattung Kapfenberg rechnet mit Versicherungen wie dem Wiener Verein direkt ab. Verlangen Sie in jedem Fall einen schriftlichen Kostenvoranschlag, bevor Sie unterschreiben.

Gibt es Bestattungsvorsorge und Sozialbestattung?

Beides gibt es, und beides funktioniert nur, wenn man früh genug fragt. Bestattungsvorsorge bedeutet, dass zu Lebzeiten festgelegt und meist auch finanziell hinterlegt wird, wie die eigene Bestattung aussehen soll, über eine Sterbeversicherung oder ein zweckgebundenes Treuhandkonto. Die Bestattung Kapfenberg berät dazu ausdrücklich auch schon vor einem Trauerfall.

Reichen weder der Nachlass noch die Mittel der Angehörigen, kommt eine Sozialbestattung in Frage. In der Steiermark läuft der Antrag über das Sozialamt der jeweiligen Gemeinde, in Kapfenberg also über das Bürgerbüro und Sozialwesen. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Der Antrag muss vor der Bestattung gestellt werden, nachträglich wird es schwierig.

Der Umfang bleibt einfach. In Graz, wo der Ablauf am besten dokumentiert ist, umfasst die Fürsorgebestattung Abholung, Sarg, Einbettung, Träger, ein Holzkreuz mit Namensschild, Totengräber, Friedhofskosten und eine Einsegnung, während Aufbahrung und Verabschiedungsfeier nicht enthalten sind. In den kleineren steirischen Gemeinden regelt das die Gemeinde selbst, weshalb ein Anruf beim Sozialamt vor der Auftragsvergabe die einzig verlässliche Auskunft bringt.

Wie erreicht man einen Bestatter außerhalb der Amtszeiten?

Todesfälle halten sich nicht an Öffnungszeiten, und die Unternehmen sind darauf eingerichtet. Die Bestattung Kapfenberg hat innerhalb der Bürozeiten die Nummer 03862 23926, außerhalb läuft ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst unter der Mobilnummer 0676 83516-2930. Die Bestattung Seelenfrieden ist unter 0664 88445885 durchgehend erreichbar.

Was nachts allerdings nicht geht, sind Amtswege. Standesamt und Friedhofsverwaltung arbeiten zu ihren Zeiten, deshalb passiert außerhalb der Amtsstunden ausschließlich die Überführung und das erste Gespräch. Alles Weitere wird am nächsten Werktag terminisiert.

Worin unterscheiden sich die lokalen Institute?

Der Unterschied liegt weniger im Leistungsumfang als in der Struktur. Das kommunale Haus sitzt direkt am Friedhof, ist mit der Friedhofsverwaltung eng verzahnt und gehört zu einem regionalen Verbund, was hilft, wenn jemand im Krankenhaus in Bruck oder Leoben verstirbt und in Kapfenberg beigesetzt werden soll. Das private Haus ist kleiner und hält seinen Betrieb durchgehend besetzt.

Beide bieten die üblichen Leistungen an: Beratung zur Bestattungsart, Sarg und Urne, Aufbahrung, Trauerdrucksorten wie Parten und Danksagungen, Zeitungsanzeigen, Abwicklung der Behördenwege und auf Wunsch die Vermittlung psychologischer Unterstützung.

Eine Einschränkung gehört dazu: Verstirbt jemand außerhalb von Kapfenberg, richtet sich die Anzeige des Todes nach dem Sterbeort, nicht nach dem Wohnort. Der Bestatter Ihrer Wahl kann trotzdem derselbe bleiben.

Welche Fragen sollte man vor dem Auftrag klären?

Ein kurzes Gespräch am Anfang verhindert die meisten späteren Überraschungen. Diese Punkte gehören geklärt, am besten schriftlich:

  • ein Kostenvoranschlag mit allen Positionen, getrennt nach eigenen Leistungen und Fremdkosten wie Friedhof, Krematorium und Blumen
  • ob Grab- und Friedhofsgebühren im Angebot enthalten sind oder separat von der Stadtgemeinde vorgeschrieben werden
  • ob eine bestehende Sterbe- oder Lebensversicherung direkt verrechnet werden kann
  • welche Termine der gewünschte Friedhof für Aufbahrung, Trauerfeier und Beisetzung frei hat
  • wer welche Behördenwege übernimmt und was tatsächlich bei den Angehörigen bleibt

Am Ende bleibt es dabei, dass die ersten Stunden über den Rest entscheiden, und zwar in einer Reihenfolge, die kaum jemand vorher kennt: Arzt, Schein, Bestatter, dann erst Amt. Vieles davon nimmt Ihnen das Bestattungsunternehmen ab, wenn Sie danach fragen. Nur fragen muss man selbst, und meistens an einem Tag, an dem man dazu am wenigsten in der Lage ist.