Kapfenberger SV schlägt Blau-Weiß Linz 2:1 — die ersten Punkte der Saison
Der Kapfenberger SV hat am Freitagabend den Tabellenführer der ADMIRAL 2. Liga geschlagen, 2:1 im Alpenstadion, und damit die ersten Punkte dieser Saison geholt. Es war die 5. Runde, es war das erste Heimspiel von Michael Liendl als Cheftrainer, und davor standen vier Niederlagen in Folge.
940 Zuseher waren da. Für eine Freitagabend-Runde Ende August ist das eine überschaubare Zahl, und genau deshalb lohnt der Blick darauf, wer an diesem Abend im Stadion war: überwiegend Leute aus der Stadt und dem Mürztal, die den Verein auch dann begleiten, wenn die Tabelle nichts hergibt. Wer schon einmal bei einem 0:4 gegen Liefering auf der Gegengeraden gestanden ist, weiß, warum nach dem Schlusspfiff so lange applaudiert wurde.
Wie das Spiel lief
Die Gäste begannen druckvoll und setzte sich früh in der Hälfte der Steirer fest. Das erste Tor fiel trotzdem auf der anderen Seite und auf die kurioseste Art, die dieser Abend hergab: Valentin Oelz beförderte den Ball ins eigene Netz, 1:0 für die Hausherren, und mit dieser Führung ging es in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel glich Romeo Vucic nach Vorlage von Dario Kreiker aus. An dieser Stelle hätte die Partie kippen können, weil die Oberösterreicher mit insgesamt fünf Wechseln nachlegten und den KSV tief in die eigene Hälfte drückte. Sie kippte nicht. Meletios Miskovic traf zum 2:1, und die Steirer verteidigten den Vorsprung bis zum Schluss.
Personell war der Abend auf beiden Seiten belastet. Bei den Gästen fehlten Ristanic, Hämmerle und Ronivaldo verletzt, Tsarenko war gesperrt, Neuzugang Jonas Mayer gab sein Debüt in der Startelf. Liendl musste auf den gesperrten Ojukwu verzichten und ließ José-Andrei Rostas zunächst auf der Bank — der kam dann früher als geplant, weil Maximilian Hofer nicht weiterspielen konnte. Später ersetzte Lorenzo Coco seinerseits Rostas.
| Spieldaten | |
| Bewerb | ADMIRAL 2. Liga, 5. Runde |
| Datum | Freitag, 28. August 2026, 18:30 Uhr |
| Ort | Alpenstadion Kapfenberg (Franz-Fekete-Stadion) |
| Zuseher | 940 |
| Endstand | KSV 2:1 Blau-Weiß Linz (1:0) |
| Tore | Eigentor Oelz, Vucic (BWL), Miskovic (KSV) |
| Bedeutung | erste Punkte der Saison, erster Sieg unter Liendl |
Zur Einordnung des Stadionnamens, weil das auswärtige Besucher regelmäßig verwirrt: Das Alpenstadion und das Franz-Fekete-Stadion sind dasselbe Stadion. In Ticketportalen und internationalen Datenbanken steht meist die zweite Bezeichnung, im Ort sagt praktisch niemand so.
Was der Trainer sagt

Liendl führte den Sieg auf die Trainingswochen zurück und darauf, dass die Mannschaft den Vorsprung diszipliniert verteidigt hat. Zur Liga selbst sagte er nach dem Spiel: „In dieser Liga ist nichts einfach, jeder kann jeden schlagen.“ Geschäftsführer Robert Schäfer sprach von Erleichterung — nach vier Niederlagen und einem 0:4 zum Auftakt gegen Liefering ist das die ehrlichere Beschreibung als jedes große Wort.
Wichtig für die Einordnung: Ein Sieg gegen den Tabellenführer dreht keine Saison. Der KSV steht weiterhin am Tabellenende, und die Punkteausbeute nach fünf Runden bleibt die schwächste der Liga. Was sich geändert hat, ist die Zahl in der Spalte davor — und das Gefühl, dass diese Mannschaft ein Spiel über 90 Minuten kontrollieren kann, wenn sie in Führung geht.
Der Saisonstart davor
Die vier Runden vor diesem Freitag erklären, warum in Kapfenberg so erleichtert reagiert wurde. Der Auftakt gegen Liefering ging zuhause 0:4 verloren, danach folgten Bregenz auswärts, Wacker Innsbruck zuhause und Austria Salzburg auswärts — vier Spiele, keine Punkte, und in dieser Phase der Trainerwechsel zu Liendl.
| Runde | Gegner | Ort | Ergebnis |
| 1 | FC Liefering | Heim | 0:4 |
| 2 | Schwarz-Weiß Bregenz | Auswärts | Niederlage |
| 3 | FC Wacker Innsbruck | Heim | Niederlage |
| 4 | Austria Salzburg | Auswärts | Niederlage |
| 5 | Blau-Weiß Linz | Heim | 2:1 |
Vier Niederlagen zum Start bedeuten in einer 16er-Liga noch keine Vorentscheidung. Der Grunddurchgang läuft bis in den Frühling, das Rückspiel in Linz steht erst für den 19. März 2027 im Kalender. Aber sie erklären, warum ein einzelner Heimsieg im August hier als Nachricht gilt und nicht als Randnotiz.
Die Bilanz gegen Linz
Beide Klubs kennen einander gut. In 24 Duellen kommt der KSV auf neun Siege, der Gegner auf sieben, acht Partien endeten unentschieden, das Torverhältnis steht bei 32:32. Ausgeglichener wird eine Bilanz nicht.
Interessanter ist der Blick auf die letzten zwölf Heimspiele des KSV gegen diesen Gegner: drei Siege, vier Remis, fünf Niederlagen, Tordifferenz 16:22 zugunsten der Oberösterreicher. Vor diesem Freitag war das Alpenstadion also kein besonders gutes Pflaster gegen diesen Gegner. Der häufigste Endstand zwischen beiden Mannschaften lautet 2:0 — viermal ist die Partie so ausgegangen.
Wenn Sie das nächste Mal ins Alpenstadion wollen
Der Verein spielt als Nächstes im ÖFB-Cup weiter, danach geht die Liga in die 6. Runde. Die aktuellen Termine und Anstoßzeiten stehen auf der Klub-Website und auf laola1.at — bei 2.-Liga-Runden verschieben sich Freitag- und Samstagtermine regelmäßig, ein Blick am Spieltag lohnt sich also.
Für die Anreise von auswärts:
- Vom Bahnhof Kapfenberg sind es rund 15 Gehminuten zum Stadion.
- Parkplätze gibt es am Sportzentrum; an gut besuchten Spieltagen früh kommen.
- Vom Hauptplatz und der Altstadt sind es wenige Minuten, vor dem Anpfiff bleibt also Zeit für einen Kaffee.
- Für Auswärtsfans aus Oberösterreich sind es rund zwei Stunden über die A9, mit der Bahn ist Kapfenberg über Bruck an der Mur angebunden.
Wer den Stadionbesuch mit einem längeren Tag verbinden will: Die Burg Oberkapfenberg liegt oberhalb der Altstadt, vom Bahnhof oder vom Sportzentrum aus zu Fuß etwa 20 Minuten durch den Wald, mit dem Auto über die Burgstraße. Die Greifvogelschau auf der Burgterrasse und ein Abendspiel im Stadion passen zeitlich gut zusammen, wenn Sie ohnehin nur einen Tag in der Stadt sind — die Schauzeiten ändern sich allerdings saisonal, am 30. August etwa fand die Vorführung um 11:00 und 14:00 statt.
Warum das über den Sport hinausgeht
Ein Zweitligist ist für eine Stadt dieser Größe ein Terminanker. Freitagabend, 18:30 Uhr, 940 Leute im Stadion — das sind gefüllte Lokale rund um das Sportzentrum, das ist ein Grund für Auswärtsfans aus Innsbruck, Salzburg oder Wels, einen Tag früher anzureisen und noch etwas anderes von der Stadt zu sehen als die Gegengerade. Genau darin liegt der Wert eines Ergebnisses wie diesem: Es hält die Aufmerksamkeit über den Herbst hinweg auf Kapfenberg, und es gibt den Leuten aus dem Mürztal einen Grund, im September wiederzukommen.
Der KSV hat gegen den Ersten der Tabelle gewonnen. Alles Weitere entscheidet sich in den Runden, die jetzt kommen.
Thomas Wagner schreibt über Tourismus, Freizeit und regionale Themen in der Steiermark. Er kennt Kapfenberg und die umliegende Region seit vielen Jahren aus eigener Erfahrung — als Wanderer, Radfahrer und neugieriger Entdecker von Kulturgütern wie der Burg Oberkapfenberg oder der Rettenwandhöhle.
Sein Ziel ist es, Besuchern und Einheimischen gleichermaßen praktische und ehrliche Informationen zu geben: welche Wege sich lohnen, was die Region besonders macht und wie man das Mürztal abseits der ausgetretenen Pfade erleben kann.
