Restaurant Schicker Kapfenberg: 60 Jahre, ein Haus aus dem 16. Jahrhundert und 400 Weine
Stell dir vor, du sitzt in einem Raum dessen Mauern älter sind als die österreichische Monarchie. Draußen läuft die Grazer Straße, drinnen riecht es nach frisch geröstetem Kaffee und irgendetwas aus der Küche, das schwer zu benennen ist aber sofort Hunger macht. Das ist der Schicker — das älteste Gasthaus im Zentrum, das noch läuft.
Über 60 Jahre Familienbetrieb. Dritte Generation. Ein Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mit sieben Räumen. Eine Vinothek mit 350 bis 400 Weinsorten. Eine hauseigene Kaffeerösterei. Das ist viel für eine Grazer Straße in einer Stadt mit 22.000 Einwohnern — und erklärt warum der Schicker für viele Kapfenberger nicht einfach ein Restaurant ist, sondern eine Institution.
Was den Schicker von anderen Restaurants unterscheidet
In der Hochsteiermark gibt es gute Wirtshäuser. Bodenständige Küche, ordentliche Portionen, freundliches Personal. Das ist keine Kritik — das ist die Region.
Der Schicker macht etwas anderes. Er kombiniert steirische Klassiker mit moderner Küche, nimmt vegetarische Gerichte ernst statt sie als Pflichtprogramm abzuhaken, und hat eine Weinkarte die in dieser Form im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag ihresgleichen sucht. 350 bis 400 Sorten, direkt angebunden an den hauseigenen Weinkeller — sichtbar von der Bar aus durch eine offene Verbindung. Das ist kein dekoratives Weinregal, das ist eine echte Vinothek.
Dazu kommt die eigene Rösterei. Der Kaffee unter dem Namen „mocca“ wird im Haus geröstet, 100% Arabica. Wer Kaffee ernst nimmt, merkt den Unterschied. Wer ihn nicht ernst nimmt, merkt trotzdem dass er gut schmeckt.
Öffnungszeiten Restaurant Schicker
Das Haus hat klare Zeiten, die man kennen sollte bevor man spontan vorbeischaut:
- Dienstag bis Samstag: 08:30 – 23:00 Uhr
- Küche: 11:30 – 21:30 Uhr
- Feiertage: 11:00 – 15:00 Uhr
- Ruhetag: Montag und Sonntag — geschlossen
Das ist wichtig: Sonntag und Montag hat der Schicker zu. Wer am Wochenende einen Ausflug plant und dabei auf ein Abendessen dort hofft — am Sonntag klappt das nicht. An Feiertagen öffnet das Restaurant eingeschränkt, von 11 bis 15 Uhr.
Die Küche schließt um 21:30 Uhr. Wer um 21:15 Uhr reinkommt und noch warmes Essen möchte, sollte das im Hinterkopf behalten. In der Praxis bedeutet das: Abendessen besser bis spätestens 21:00 Uhr bestellen.
Die Küche: Was auf den Tisch kommt

Steirische Klassiker und mehr
Die Küche des Schicker basiert auf österreichisch-steirischer Tradition, geht aber einen Schritt darüber hinaus. Rinderfilet, Steak, Fischgerichte — diese Hauptspeisen kommen ohne fixe Beilage, weil die Küche Beilagen separat wählen lässt. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber ein Zeichen dafür wie das Haus denkt: nicht das Standardpaket, sondern was zum Gericht passt.
Bekannt ist der Schicker besonders für seine Fischküche. In einem Binnenland-Kontext ist das nicht selbstverständlich — gute Fischküche abseits von Wien oder Graz findet man selten. Wer das schätzt, findet hier eine der wenigen zuverlässigen Adressen in der Region.
Vegetarisch wird ernst genommen
Das steht so auf der eigenen Website, und es stimmt tatsächlich. Avocado-Mango-Tatar mit Ponzusauce und Sesam für 11,80 Euro. Knackiger Grazer Krauthäuptl mit Erdäpfeln, Premium-Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen für 8,80 Euro. Das sind keine nachträglich auf die Karte gequetschten Alternativen, sondern durchdachte Gerichte.
Wer vegetarisch isst und in der Hochsteiermark nach einer ernsthaften Option sucht, hat hier eine der wenigen.
Drei Mittagsmenüs täglich
Mittags gibt es drei Optionen: Business Lunch, Vegetarisch und das klassische Tagesmenü. Das wechselt täglich und ist günstiger als die Abendkarte. Für Berufstätige in der Innenstadt ist das Mittagsangebot bekannt — der Schicker zieht regelmäßig eine Stammkundschaft die nicht für ein Abendessen kommt, sondern für eine schnelle, ordentliche Mittagspause.
Mittagszeiten: 11:30 bis 14:30 Uhr.
Das Café Mocca
Tagsüber ist das Café Mocca ein Café mit Blick auf den Fluss, Eigenröstungs-Kaffee und Frühstücksangebot. Abends verwandelt es sich in eine Weinbar mit Musik abseits des Mainstreams. Prosciutto, Antipasti, Gin Tonic — der Abend muss kein großes Essen sein.
Das ist der Teil des Schicker der weniger bekannt ist als das Restaurant, aber seinen eigenen Charakter hat. Wer nach der Arbeit etwas trinken möchte ohne in einem lauten Lokal zu sitzen, findet hier die ruhigere Alternative.
Der Kaffee: 100% Arabica, hausgeröstet unter dem Namen „mocca“. Die Rösterei ist Teil des Hauses — kein zugekauftes Produkt, sondern eigene Produktion. Das ist selten für ein Restaurant dieser Größenordnung.
Die Vinothek: 350 bis 400 Weine
Das ist der Teil der bei Weinkennern die Augen aufgehen lässt. 350 bis 400 Sorten, direkt einsehbar durch die offene Verbindung vom Café-Bereich zum Weinkeller. Die Preise werden als „sehr fair“ beschrieben — und nach allem was bekannt ist, stimmt das.
Steirische Weine sind naturgemäß stark vertreten, aber die Auswahl geht darüber hinaus. Wer einen besonderen Wein sucht oder sich beraten lassen möchte, ist hier besser aufgehoben als in jedem Supermarkt und den meisten anderen Restaurants der Region.
Ein konkreter Vorteil: Die Vinothek funktioniert auch ohne Restaurantbesuch. Wer nur einkaufen möchte, kann das tun.
Events und Private Feiern
Das Haus mit seinen sieben Räumen ist auf Veranstaltungen ausgelegt. Geburtstage, Hochzeiten, Sponsionsfeiern, Weihnachtsfeiern, Seminare, Firmenevents — der Schicker macht das regelmäßig, nicht als Ausnahme.
Private Party — das ganze Haus
Eine Besonderheit die wenige kennen: Das gesamte Haus lässt sich exklusiv buchen. Der Schicker nennt das „Geschlossene Gesellschaft“ — wer das ganze Haus will, bekommt das ganze Haus. Für große Feiern oder Firmenevents die wirklich Privatsphäre brauchen, ist das eine Option die sonst kaum ein Restaurant der Region bietet.
Catering
Der Schicker caterert auch außer Haus. Maßgeschneidert, nach Absprache. Das ist keine Nebentätigkeit, sondern ein eigener Bereich des Unternehmens. Wer für eine Veranstaltung Catering sucht, kann direkt anfragen.
Kontakt für Reservierungen und Events: [email protected]
Das Gebäude: Ein Haus aus dem 16. Jahrhundert
Das ist der Aspekt der bei einem kurzen Vorbeigehen nicht auffällt, aber beim Betreten sofort spürbar ist. Der Hauptbau stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Decken, die Mauerstärke, die Proportionen der Räume — das ist keine rekonstruierte Altstadt-Optik, sondern echte Substanz.
Sieben Räume, alle individuell. Vom kleinen Tisch für zwei bis zur großen Gesellschaft für Dutzende Gäste — die Architektur gibt das her ohne dass es gezwungen wirkt.
Für Besucher die nicht aus der Region stammen, ist das Gebäude allein schon ein Grund vorbeizuschauen. Restaurants in solchen Häusern sind selten, und noch seltener laufen sie seit über 60 Jahren unter derselben Familie.
Was der Schicker nicht ist
Wer ein schnelles Mittagessen für fünf Euro sucht, ist hier falsch. Die Küche ist gut und der Preis entspricht dem — das ist kein Billiglokal und will es auch nicht sein.
Wer am Sonntag oder Montag kommen möchte, findet geschlossene Türen.
Und wer ohne Reservierung zu einer Feier oder einem Firmenevent kommt — das wird schwierig. Für größere Runden oder Events vorab anfragen.
Anreise und Kontakt
Adresse: Grazer Straße 9, 8605 Kapfenberg Telefon: +43 3862 22612 / +43 3862 22614 E-Mail: [email protected] Website: www.schicker-kapfenberg.at
Zu Fuß: Mitten in der Innenstadt, vom Bahnhof etwa 10 Minuten zu Fuß. Mit dem Auto: Parkmöglichkeiten in der Innenstadt, Parkhaus in der Nähe.
Häufige Fragen (FAQ)
Muss man reservieren? Für Abendessen am Wochenende und für Gruppen ab etwa 6 Personen — ja, unbedingt. Unter der Woche mittags ist es lockerer, aber ein kurzer Anruf schadet nie.
Gibt es Parkplätze direkt beim Restaurant? Nein, direkt davor nicht. Die Innenstadt hat Parkhäuser in der Nähe — zu Fuß sind es ein paar Minuten.
Kann man in der Vinothek einfach so Wein kaufen? Ja. Die Vinothek ist auch ohne Restaurantbesuch zugänglich. Öffnungszeiten entsprechen denen des Hauses.
Wie teuer ist ein Abendessen? Die Karte bewegt sich im gehobenen Mittelsegment. Vorspeisen ab ca. 8–12 Euro, Hauptspeisen ab ca. 18–28 Euro. Mittagsmenüs günstiger. Aktuelle Preise auf der Website oder direkt anfragen.
Ist das Restaurant barrierefrei? Das historische Gebäude hat bauliche Einschränkungen. Am besten vorab beim Restaurant nachfragen.
Gibt es Parkmöglichkeiten? Ja, in der Innenstadt. Nicht direkt vor dem Eingang, aber in wenigen Gehminuten erreichbar.
Fazit
Der Schicker ist das gehobene Restaurant der Stadt — und das seit über 60 Jahren. Ein Haus das weiß was es ist und das konsequent durchzieht: gute Küche, ernsthafte Weinkarte, eigener Kaffee, Räume mit Geschichte. Wer in Kapfenberg ein besonderes Abendessen sucht, einen Anlass feiern möchte oder einfach mal mehr als Hausmannskost will, kommt hier her. Sonntag und Montag vorher im Kalender streichen.
Thomas Wagner schreibt über Tourismus, Freizeit und regionale Themen in der Steiermark. Er kennt Kapfenberg und die umliegende Region seit vielen Jahren aus eigener Erfahrung — als Wanderer, Radfahrer und neugieriger Entdecker von Kulturgütern wie der Burg Oberkapfenberg oder der Rettenwandhöhle.
Sein Ziel ist es, Besuchern und Einheimischen gleichermaßen praktische und ehrliche Informationen zu geben: welche Wege sich lohnen, was die Region besonders macht und wie man das Mürztal abseits der ausgetretenen Pfade erleben kann.
